Zwischen Anfang und Zweifel
- alexandraromanic
- Jun 17
- 2 min read
Updated: Jul 25
Ich stehe auf der Kante von gestern,
die Hände noch voll mit zerbrochenem Vielleicht.
Hinter mir schreit alles, was ich war,
vor mir sagt nichts, ob es mich trägt.
Der Boden fühlt sich an wie Verrat.
Jeder Schritt ein leises „Was, wenn du falsch bist?“
Und meine Zweifel—
sie haben gelernt, meine Stimme zu tragen.
Sie sagen:
Du bist zu spät.
Zu wenig.
Zu unsicher für ein neues Leben.
Und ich glaube ihnen—fast.
Denn irgendwo zwischen Angst und Atem
zuckt ein Trotz, roh und ungebeten:
Was, wenn genau das der Anfang ist?
Nicht Mut.
Nicht Klarheit.
Nur das Weitermachen trotz Zittern.
Ich gehe.
Nicht weil ich sicher bin,
sondern weil Stillstand lauter schmerzt
als jedes mögliche Scheitern.
Und vielleicht ist Neuanfang genau das:
kein Licht, das dich ruft—
sondern Dunkelheit,
in der du lernst, dir selbst zu vertrauen
Vieles könnte so klar sein.
Die Welt liegt offen vor uns.
Und trotzdem —
Selbst wenn alles klar erscheint,
erscheint alles unklar.
Man schaut hin
Und erkennt plötzlich zu viel.
Jede Antwort trägt Zweifel in sich,
jede Klarheit einen Schatten.
Und vielleicht ist es genau dies:
Dass wir verstehen wollen,
was man nur fühlen kann.
Und vielleicht bleibt am Ende
Nicht die Erkenntnis,
sondern nur dieses leise Staunen darüber,
wie etwas gleichzeitig
so eindeutig
und doch vollkommen fremd sein kann.
Und so wandern wir weiter
Und dem stillen Gefühl,
dass hinter jeder Antwort
eine neue Frage wacht.
Schreite nach vorn,
niemals zurück.
Between Beginning and Doubt
I’m standing on the edge of yesterday, my hands still full of broken maybes.
Behind me, everything I once was is screaming; in front of me, nothing says whether it will carry me. The ground feels like betrayal.
Every step is a quiet “What if you’re wrong?”
And my doubts—they’ve learned to carry my voice.
They say: You’re too late. Too little. Too insecure for a new life.
And I almost believe them.
But somewhere between fear and breath, a defiance twitches, raw and uninvited: What if this is exactly the beginning?
Not courage. Not clarity. Just keeping going despite the shaking.
I walk. Not because I’m sure, but because standing still hurts louder than any possible failure.
And maybe a fresh start is exactly that: not a light that calls you—but the darkness in which you learn to trust yourself.
So much could be so clear.
The world lies open before us.
And yet —
Even when everything seems clear,
everything appears unclear.
You look closely
and suddenly see too much.
Every answer carries doubt within it,
every clarity a shadow.
And maybe that's exactly it:
That we want to understand
what can only be felt.
And maybe in the end
it's not insight that remains,
but just this quiet wonder at
how something can be at once
so clear
and yet completely foreign.
And so we keep wandering
with the quiet feeling
that behind every answer
watches a new question.
Move forward,
never back.
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